Toller Auftritt beim Deutschland-Cup - Charlotta Hülsmann turnt sich auf Platz 7
Am Startgerät Boden konnte Charlotta Hülsmann ihre Dynamik und Ausdrucksstärke an ihrem Paradegerät voll ausspielen. Den Doppelsalto turnte sie sicher in den Stand und zeigte auch mit der gymnastischen Aufstockung aus dieser Saison nicht nur die Übung mit dem höchsten Schwierigkeitswert, sondern wurde auch direkt Tagesbeste am Boden.
Am folgenden Gerät Sprung stieg das Aufregungslevel noch einmal etwas an – denn der Wettkampfort Waging am See ist für Charlotta Hülsmann kein unbekannter. Bei ihrer ersten Teilnahme am Deutschland-Cup vor vier Jahren, bereitete ihr der Sprungaufbau in der Halle Probleme, sodass sie ihren Sprung damals nicht wie geplant abrufen konnte. Vier Jahre später zeigte sie ihre Entwicklung auch damit, dass sie diese Erinnerung nun mit einer positiven Erfahrung und tollen gebückten Tsukahara überschreiben konnte. Damit sicherte sie sich am Sprung die drittbeste Wertung der Konkurrenz.
Weiter ging es an den Stufenbarren, wo sie nahtlos eine starke Leistung abrief. Alle Anforderungen wie das Flugelement vom unteren zum oberen Holm, ein Handstandelement oder auch die Riesenfelge präsentierte sie dynamisch und sauber. Die Entscheidung, auf eine saubere Übung, statt höherer Schwierigkeitselemente zu setzen, zahlte sich voll aus und sie platzierte sich am Stufenbarren auf Rang zwei.
Damit war Charlotta Hülsmann nach drei Geräten voll auf Medaillenkurs – jedoch stand das Zittergerät Balken noch aus. Zuletzt gelang es ihr auch hier an Wettkämpfen, sturzfrei und sicher durch ihre Übung zu kommen. Somit ging sie zwar aufgeregt, aber optimistisch und selbstsicher an den Start. Leider musste sie dennoch bei dem erst kürzlich erlernten Salto vorwärts den Balken einmal verlassen. Danach fasste sie sich jedoch gut und fand zurück in ihre Übung und zeigte folgende Schwierigkeitselemente wie den Durchschlagsprung und den Salto rückwärts sicher in den Stand. Zum Abschluss der Übung traf sie dann beim Anlauf für ihre Radwende vor der Rückwärtsschraube den Balken nicht richtig, so dass sie für die Schraube lediglich einbeinig abspringen konnte und die Übung nicht im Stand beendete. Zum Glück blieb sie bis auf einen Schockmoment soweit unversehrt und bewies starke Nerven, als sie nach kurzer Rücksprache mit ihrer Trainerin wieder auf den Balken ging um den Abgang noch einmal zu turnen – und damit wichtige Punkte zu sammeln.
In der starken Konkurrenz konnte nach den Stürzen am Balken der Medaillenkurs nicht mehr gehalten werden. Charlotta Hülsmann turnte sich aber dennoch auf einen beeindruckenden 7. Platz von 34. Neben der Top Ten Platzierung nimmt sie auch die Erfahrung mit nach schwierigen Momenten wieder aufzustehen und das Beste aus der Situation zu machen.
Auch vor der anschließenden Bodenübung blieb das Aufregungslevel noch erhöht. Einen Sturz aus dem Abschlusstraining beim Einturnen noch im Hinterkopf, schien dies in der Bodenübung wie vergessen. Mit tollen akrobatischen Bahnen aus Doppelsalto und einer Kombination mit verschiedenen Salti mit Längsachsendrehung überzeugte sie auch an diesem Gerät voll und turnte sich auf Rang 2 am Boden.
Sichtlich zufrieden mit dem bisherigen Wettkampfverlauf ging es zum Schluss an den Sprung. Im Unterschied zu den bisherigen Wettkämpfen hat man nach internationalen Wertungskriterien nur einen Versuch, was den Druck etwas erhöht. Diesen einen Versuch nutzte Charlotta mit ihrer Dynamik voll aus und turnte sich auch an diesem Gerät mit einem gebückten Tsukahara auf das Treppchen.
Zufrieden mit ihrem fehlerfreien Wettkampf blieb vor der Siegerehrung die Spannung in dem Teilnehmerfeld aus vielen Regional- und Bundesligaturnerinnen hoch. Umso größer war die Freude, als Charlotta direkt nach der Bundeskaderathletin zum zweiten Platz auf das Treppchen gerufen wurde. Zwar reihten sich die Plätze 3 bis 7 mit nur wenigen Zehntel Abstand ein, dies konnte der Begeisterung über diesen sensationellen Erfolg keinen Abbruch tun und lässt mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Diese nicht zu übertreffende Premiere wird nun erst einmal gefeiert und verarbeitet, bevor es am 13.6. zum Deutschland-Cup nach Waging am See geht.
